Blog Artikel: Eine tiefe Stimme bekommen

Wie bekommt man eine tiefe Stimme?

5 Hinweise und 3 Ansatzpunkte für eine tiefere und überzeugende Stimme

Eine tiefe Stimme bekommen: Wessen Stimme zu hoch wirkt, wird oft jünger und unerfahrener eingeschätzt. Besonders in beruflichen Gesprächen muss dann die fachliche Kompetenz und das eigene Standing ganz besonders herausgestellt werden.

Das kann für Sie als Betroffene lästig sein und unnötig Energie kosten. Denn Ihre Aufmerksamkeit dreht sich neben fachlichen Themen auch darum, wie die Gesprächspartner auf Sie reagieren, ob sie Sie ernst nehmen und Ihre Kompetenz anerkennen. Wie Sie ihre beruflichen Beziehungen erfolgreicher durch eine tiefe Stimme gestalten können, erfahren Sie hier.

Inhalt:

  • 5 Hinweise: Eine tiefe Stimme bekommen – das spricht dafür!
  • 3 Ansatzpunkte für eine tiefe und überzeugendere Stimme
  • Wie geht es weiter? Ungünstige Sprechmuster verändern
  • Fazit: Kennen Sie Ihre eigene Stimme und vertrauen Sie ihr!
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5 Hinweise: Eine tiefe Stimme bekommen – das spricht dafür!

1. Ihre Stimme ist zu hoch

Sie sind sich sicher, dass Sie eine tiefe Stimme bekommen möchten, weil Sie oftmals für jünger und unerfahrener gehalten werden, als Sie tatsächlich sind? Es stört Sie, sich mehr als nötig zu erklären, Ihre fachliche Kompetenz untermauern zu müssen und dennoch machmal nicht ernst genommen zu werden? Vielleicht haben Sie sogar direktes Feedback zu Ihrer Stimme erhalten von Kunden, Vorgesetzten, Kollegen oder Freunden?

2. Sie spüren ein unklares Bedürfnis etwas zu ändern

Egal, was sie schon versucht haben, sobald Sie einen Anruf beantworten oder ein Gespräch beginnen, klingt Ihre Stimme hoch und jung. Wenn Sie künstlich tiefer sprechen, fühlen Sie sich im Hals angestrengt und verspannt. Absurde gesundheitsschädigende Tipps wie Rauchen oder Alkoholkonsum kommen für Sie nicht infrage. Sie möchten eine natürlich tiefe Stimme bekommen.

3. Eine tiefe Stimme strahlt Kompetenz aus

Tatsächlich kommt der Wunsch nach einer tiefen Stimme nicht von ungefähr. Menschen mit tiefen Stimmen, ob männlich oder weiblich, gelten eher als kompetent, vertrauenswürdig, souverän und selbstsicher. Dieser Bewertung liegt jedoch oft eine allgemeine Übertragung zugrunde. Dieser in der Sozialpsychologie beschriebene Effekt besagt, dass Menschen dazu neigen einzelne hör- oder sichtbare Erscheinungen der Persönlichkeit eines Menschen zuzuschreiben, obwohl meist andere Ursachen die Erklärung dafür sind.

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4. Wie kommt eine hohe oder tiefe Stimme zustande?

Die Stimme ist ein komplexes Phänomen, was aus einem Zusammenspiel von Aufrichtung, Atmung, Kehlkopfaktivität und emotionalem Impuls gebildet wird. Jeder Mensch hat ganz natürlich ca. 2 Oktaven Tonumfang zur Verfügung, den wir beim Sprechen jedoch nie ganz ausnutzen. Wir benutzen beim Sprechen in unserer persönlichen Sprechstimmlage natürlicherweise nur ungefähr 1 Drittel unseres Tonumfanges. Darin liegt wiederum die gespannte und die entspannte Sprechstimmlage. Die entspannte Stimme klingt in der Regel etwas tiefer und runder als die gespannte Sprechstimmlage.

Jeder Mensch hat unbewusst bestimmte Sprechgewohnheiten und spricht z.B. gewohnheitsmäßig eher hell oder dunkel.

5. Sprechen Sie in der gespannten oder entspannten Sprechstimmlage?

Ob Ihre Stimme hoch oder tief angelegt ist, liegt ganz ausschlaggebend an der Anatomie – also Ihrem persönlichen Körperbau. Daran können Sie, was die Stimme angeht, wenig ändern. Sie haben als Frau oder Mann einen bestimmten, anatomisch festgelegten Tonumfang zur Verfügung. Und das ist auch gut so. Allerdings können Sie Ihre individuellen Sprechgewohnheiten hinterfragen, denn jeder Mensch hat unbewusst bestimmte Sprechgewohnheiten, die durchaus veränderbar sind. So bevorzugt der eine das Sprechen in der wohlig, entspannten Sprechstimmlage und der andere spricht eher hell und gespannt.

Tipp – Hinterfragen Sie Ihre Sprechgewohnheiten

Sprechen Sie eher in der gespannten – helleren und leicht höheren Sprechstimmlage oder nutzen Sie auch die etwas entspannte – weiche und leicht tiefere Sprechstimmlage? Manche nennen sie auch die “Schokoladenstimme”! Und wenn ja – in welchen Situationen?

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Eine tiefe Stimme bekommen – darauf können Sie achten

3 Ansatzpunkte für eine tiefe und überzeugende Stimme

Die Stimme ist ein vielschichtiges Phänomen – das beeinflusst sie

1. Stimme wirkt nicht allein

Ob am Telefon oder im persönlichen Gespräch – nachweislich haben Gestik und Mimik einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf, wie ein Sprecher wirkt. Meistens verändert sich der Stimmklang intuitiv, wenn sich die Körpersprache verändert. Achten Sie also auf eine sichere Körpersprache, um Ihre Stimme optimal zu unterstützen.

Tipps – Achten Sie auf Ihre Körpersprache und Ihr Standing

  • Richten Sie sich frei beweglich auf. Nehmen Sie bewusst Kontakt mit Ihren Füßen zum Boden auf.
  • Lockern Sie Ihre Schultern, in dem Sie sie leicht kreisend bewegen. Lockern Sie Ihre Halsmuskulatur, in dem Sie den Kopf sanft und langsam nach rechts und links drehen.
  • Gestikulieren Sie frei. Wenn Sie eher zu hektischen Gesten neigen oder sich körpersprachlich eher klein machen, richten Sie sich auf! Gestikulieren Sie mit fließenden, weitenden Bewegungen.

Stimm- und Sprechtechnik hilft, um gezielt die Stimmfunktion zu verändern

2. Eine tiefe Stimme bekommen durch Stimmtechnik

Um die Stimme “fallen” zu lassen und einen runden, tieferen Stimmklang zu ermöglichen, brauchen Sie Lockerheit. Dies betrifft ganz besonders den Hals und Rachen, den Kiefer, die Zunge und die Lippen. Dazu gehört ebenfalls eine entspannte Gesichtsmuskulatur und Mimik. Wer eine warme, runde Stimme aufbauen möchte, sollte sich mit einem entspannten Gesichtsausdruck anfreunden.

Tipps – Achten Sie auf lockere, entspannte Gesichtsmuskulatur

  • Lockern Sie Ihre Gesichtsmuskulatur, in dem Sie mit den Fingerkuppen sanft über das gesamte Gesicht tupfen und dazu leicht und entspannt summen.
  • Kauen Sie genüsslich, als würden Sie etwas Leckeres genießen und summen Sie kräftiger auf “hmmm”, “hmmmjommm”. Überprüfen Sie am Brustbein mit der flachen Hand, ob Sie eine Vibration durch Ihre Stimme spüren.
  • Gähnen Sie ausgiebig und kräftig hörbar auf: “jajaja”. Lassen Sie dabei die Stimme locker fallen. Variieren Sie die Tonhöhen spielerisch.
  • Lockern Sie Ihre Lippen, in dem Sie sie als Schnute in alle Richtungen bewegen. Sprechen Sie mit lockeren Mundwinkeln die Wochentage laut und deutlich. Dabei achten Sie darauf, nicht zu lächeln, sondern die Mundwinkel locker und entspannt zu lassen. Ggf. unterstützen Sie mit Ihren Zeigefingern, in dem Sie diese sanft an die Mundwinkel legen und diese leicht in Richtung Schnute schieben.

Bewusst oder unbewusst – Stimme als das Sozialmedium Nr. 1 drückt Beziehungsangebote, Rollen und Emotionen aus

3. Das Spiel mit den Erwartungen, Rollen und Gefühlen

Oftmals klingt die Stimme nicht in jeder Situation oder mit jedem Gesprächspartner gleich. Sie kann sich blitzschnell situativ anpassen, Emotionen ausdrücken oder unbewusste Erwartungen zwischen den Zeilen durchklingen lassen. Meistens beobachten Menschen mit eher hohen Stimmen, dass sie durchaus in bestimmten Situationen eine tiefere Stimme anwenden. Dann gilt es herauszufinden, was sie hier anders machen.

Tipps – Achten Sie auf Situationen, in denen Ihre Stimme natürlich tief klingt

  • Welche Emotion dominiert in Situationen, in denen Ihre Stimme tief ist? Wie können Sie diese als Ressource nutzen?
  • In welcher Rolle erleben Sie sich? Gibt es einen inneren Anteil in Ihnen mit eher tieferer Stimme, den Sie zukünftig mehr nutzen können?

Das können Sie tun, wenn Sie es noch nicht geschafft haben, eine tiefere Stimme zu bekommen.

Wie geht es weiter – Ungünstige Sprechmuster verändern

Die Stimme wird aus einem Zusammenspiel von Haltung, Atmung, Kehlkopfaktivität und der Formung unserer Artikulationmuskulatur gebildet. Wenn hier bestimmte Muskulaturen beim Sprechen dauernd gewohnheitsmäßig aktiviert sind, kann sich die Stimme nicht in die entspannte Sprechstimmlage absenken – dies kann durch Selbstreflexion und Training oder ggf. mithilfe einer Stimmtherapie verändert werden. Im Zweifelsfall sprechen Sie mich einfach an, gern berate ich Sie kurz kostenlos und unverbindlich am Telefon.

Ihre Stimme ist gut so, wie sie ist.

Fazit 1 – Kennen Sie Ihre eigene Stimme und vertrauen Sie ihr

Auch wenn Sie die Idee haben, sich selbst zu optimieren und die eigene Stimme trainieren wollen, ist es ratsam auch diese Idee kurz zu hinterfragen. Nicht immer ist starke Selbstkritik angebracht, manchmal sind Feedbacks zu Ihrer Stimme, die Sie von anderen erhalten haben, nicht differenziert genug oder zu stark verallgemeinert.

Tipp – Bevor Sie also sich selbst verändern, überprüfen Sie die Kritik genau. Oft lohnt sich die Bitte, eine Kritik zu spezifizieren und auch die gesamte Situation, in der das vermeintliche Problem aufgetreten ist, zu beleuchten.

Fazit 2 – Die eigene Stimme akzeptieren und Spielfreude entwickeln

Selbst Profis haben oft Schwierigkeiten, Ihren eigenen Stimmklang zu akzeptieren. Es erfordert eine gewisse Gewöhnung an die eigene Stimme, die Sie z.B. darüber erreichen sich eigene Audioaufnahmen anzuhören. So bitter es auch klingt, so wie Sie sich hier hören, hört Sie der Rest der Welt schon immer.

Tipp – Wenn Sie an Ihrer Stimme arbeiten wollen, dann tun Sie dies wohlwollend mit einer gewissen Spielfreude. Probieren Sie sich aus, entdecken Sie spielerisch Ihre eigene Stimme – unter der Dusche, im Auto, beim Bäcker. Üben Sie zunächst möglichst in “unwichtigen” Situationen und beobachten Sie die Reaktionen Ihrer Kommunikationspartner.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und freue mich über Rückmeldung zu Ihren Erfahrungen!

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